Fettabsaugung oder Bauchdeckenstraffung? Fragen an PD Dr. Mathias Tremp

Die Fettgewebsüberschuss vor allem am Bauch ist ein häufiges Problem. Oft bleibt das Fett auch trotz regelmässiger körperlicher Betätigung oder Diät bestehen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Die Fettabsaugung in Kombination mit einer Ernährungsberatung ist sicher eine sehr effiziente und nahhaltige Behandlung. Patienten mit überschüssiger Haut vor allem nach deutlichem Gewichtsverlust profitieren zusätzlich von einer Bauchdeckenstraffung.

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Wie funktioniert eine Fettabsaugung?

Vor der Fettabsaugung wird eine sogenannte Tumeszenzlösung in das Fettgewebe injiziert. Diese Form der Lokalanästhesie bereitet das Gewebe durch Dehnung vor, vermindert das Blutungsrisiko und reduziert als positiven Nebeneffekt das Infektionsrisiko.

Wir verwenden das sogenannte PAL® (power assisted liposuction) MicroAir Gerät. Das PAL-System arbeitet mit einer besonders gewebeschonenden Vibrations-Technik. Die Kanüle schwingt bis zu 4’000 Mal pro Minute. Dieses Verfahren ist sehr effizient und schont das umliegende Gewebe und Lymphsystem.

Welche Regionen können zusätlich abgesaugt werden?

Nebst der Bauchregion können auch Problemzonen der Arme, die Reiterhosen (Oberschenkel Aussenseite), Flanken (sogenannte “Love Handles”), Oberschenkel Innenseite, Rückenbereich, Wadenregion oder das Doppelkinn abgesaug werden. Dabei muss individuell geprüft werden, ob nicht noch eine zusätzliche hautstraffende Operation notwendig ist. Mit der heutigen modernen Technologie der Fettabsaugung, wie z.B. Vaser® Absaugsystem (sog. “High-Definition” Liposuktion) kann eine sehr gute innere Hautstraffung erfolgen ohne bleibenden Hautüberschuss.

Wie wird eine Bauchdeckenstraffung durchgeführt?

Bei der Baucheckenstraffung wird die überschüssige Haut entfernt. Dabei wird der Schnitt in der Bikinizone durchgeführt, die Länge der Narbe ist abhängig vom Ausmass der überschüssigen Haut. Bei diskretem Hautüberschuss im Unterbauch genügt eine sogenannte Mini-Abdominoplastik, die Narbe entspricht einer Kaiserschnitt-Narbe.

Bei ausgeprägterem Hautüberschuss kann der Schnitt horizontal oder auch vertikal (Fleur de Lys-Abdominoplastik) erweitert werden. In der Regel wird dabei auch der Bauchnabel herauspräpariert und neu an korrekter Lage eingenäht. Besteht eine zusätzliche Rektusdiastase (=Zwischenraum der geraden Bauchmuskeln), so wird die Bauchwandmuskulatur wieder rekonstruiert mit einer sogenannten Rektusplikation.

Kann eine Bauchdeckenstraffung mit einer Fettabsaugung durchgeführt werden?

Sehr häufig wird eine Bauchdeckenstraffung mit einer Fettabsaugung kombiniert (Lipo-Abdominoplastik) wenn gleichzeitig Haut- und Fettgewebsüberschuss vorhanden ist.

Dies führt zu einer verbesserten Form (High Definition Liposuction, Lipoabdominoplastik).

Braucht es eine Vollnarkose oder kann der Eingriff in Lokalanästhesie durchgeführt werden? Ist der Eingriff schmerzhaft?

Eine Bauchdeckenstraffung wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Fettabsaugung kann in der Regel gut in lokaler Betäubung oder sogenanntem Dämmerschlaft durchgeführt werden, dies ist individuell verschieden.

Nach dem Eingriff fühlt sich der Schmerz wie Muskelkater an, wir werden Ihnen entsprechende Schmerzmedikamente abgeben.

Wie lange geht der Eingriff? Wird der Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt?

Die Fettabsaugung dauert abhängig vom Fettgewebe 60 – 180 Minuten. Die Bauchdeckenstraffung dauert ca. 90 – 210 Minuten. Bei der Bauchdeckenstraffung ist eine Übernachtung empfohlen. Die Fettabsaugung wird in der Regel ambulant durchgeführt.

Was sind die Risiken?

Nach der Fettabsaugung besteht ein vorübergehendes Taubheitsgefühl, das sich in den nächsten 6 Monaten normalisieren wird. Die Dellenbildung ist bei moderner Technik minimal. Weitere Risiken wie Infektionen, Blutungen oder sogenannte Fettembolien (Verschluss von Blutgefäßen (Embolie) durch eingeschwemmte Fetttröpfchen) sind sehr selten.

Nach der Bauchdeckenstraffung besteht ein Taubheitsgefühl, dass sich nach ca. zwei Jahren partiell wieder erholen wird. Mögliche Komplikationen sind Wundheilungsstörungen, Nachblutungen oder Infektionen.

Wie lange bin ich arbeitsunfähig?

Nach einer Fettabsaugung sollten Sie sich ca. 5-7 Tage körperlich schonen. Nach einer Bauchdeckenstraffung sind Sie nach ca. 2-4 Wochen wieder arbeitsfähig.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Während der Operation werden Drainagen eingelegt, damit die Wundflüssigkeit abfliessen kann. Die Drainagen werden nach 3 – 5 Tagen entfernt. Es ist wichtig insbesondere nach der Fettabsaugung, dass Sie relativ bald mit der Lymphdrainage beginnen. Zudem müssen Sie konsequent für 4 Wochen einen Bauchgurt tragen.

Die Kompressionskleidung stabilisiert das Operationsgebiet, fördert die Heilung und den Abbau von Blutergüssen. Zudem sollten Sie nach der Operation das Gewicht stabil halten rsp. versuchen abzunehmen. Dabei hilft die Ernährungsberatung. Körperliche Tätigkeit können Sie nach 4 Wochen wiederaufnehmen.

Was sind die Kosten?

Die Kosten einer Fettabsaugung sind individuell verschieden und abhängig von der Operationszeit. Die Bauchdeckenstraffung kann gelegentlich vor allem nach deutlichem Gewichtsverlust von der Krankenkasse übernommen werden. Dies muss individuell geprüft werden.

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