Brustimplantate: Grössen, Formen und Materialien? Fragen an PD. Dr. med. Mathias Tremp

Um die Brustvergrösserung mit Implantaten ranken sich viele Mythen: Krebserregend sollen die mit Silikongel gefüllten Kissen sein, alle paar Jahre sollen sie angeblich ausgetauscht werden – doch was ist dran an all diesen Behauptungen? Im Ratgeber finden Sie die wichtigsten Informationen zu tropfenförmigen und runden Implantaten, den häufigsten Komplikationen und Risiken, der Dauerhaftigkeit von Brustimplantaten und vieles mehr.

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Grössen, Formen und Material bei Brustimplantaten

Die Brustvergrösserung mit Implantaten ist eine sehr beliebte Methode der plastischen Chirurgie und wird weltweit am häufigsten durchgeführt. Dabei kommt es immer auf den Einzelfall an, welche Implantatgrösse und -form gewählt wird, weshalb ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt unverzichtbar ist.

Was ist die kleinste Grösse?

Das kleinste Implantat für eine Brustvergrösserung hat eine Füllung von 50 ml. Die Entscheidung, welches Implantat eingesetzt wird, sollte allerdings nicht davon abhängig gemacht werden, welche Grösse das Minimum bzw. Maximum ist. Denn der wichtigste Faktor ist letztendlich, dass das Volumen des Implantats zum Körperbau passt.

Was gilt es bei grossen Brustimplantaten zu beachten?

Ist das Implantat zu gross bzw. zu schwer für die körperlichen Voraussetzungen der Patientin, wird das Brustgewebe übermässig stark beansprucht. In Extremfällen leidet auch die Rückengesundheit unter dem zu hohen Gewicht des Brustimplantats. Ein guter plastischer Chirurg sollte deshalb immer ausführlich mit seiner Patientin besprechen, welche Grösse realistisch betrachtet zu einem dauerhaft schönen und für sie angenehmen Ergebnis führen wird.

Grosse und leichte Brustimplantate?

Falls ein grosses Implantatvolumen gewünscht ist bieten sich B-Lite® Prothesen an, welche 30% leichter sind als das Implantatvolumen. Das B-Lite® Gel ist ein mikrosphärenverstärktes, kohäsives Gel für medizinische Implantate. Die Mikrosphären sind chemisch inaktive, hochreine, mikroskopisch kleine Hohlkügelchen aus Borosilikat, die in der Raumfahrttechnologie häufig als leichte und dennoch robuste Lösung eingesetzt werden.

Anatomische oder runde Formen der Brustimplantate?

Die Form des Implantats hängt davon ab, welches optische Ergebnis erzielt werden soll. Die anatomische Form, auch als Tropfenform bekannt, führt zu einem sehr natürlich wirkenden Resultat. Rund zwei Drittel des Volumens liegen dabei im unteren Bereich der Brust, da der untere Teil des Implantats mehr gefüllt ist als der obere.

Diese Variante ist unter anderem bei Frauen mit wenig eigenem Brustgewebe beliebt, da die Proportionen trotz künstlichem Implantat weiterhin sehr natürlich wirken. Runde Implantate wiederum lassen das Dekolleté voller wirken; die Füllmenge verteilt sich dabei gleichmässig über das ganze Silikonkissen. Vergleichbar ist das in etwa mit dem Effekt eines Push-Up-BHs.

Welche Materialen haben Brustimplantate?

Moderne Brustimplantate sind mit Silikon-Kohäsivgel gefüllt. Dieses hat eine gallertartige Konsistenz, was den Vorteil hat, dass die Substanz nicht auslaufen kann. Zwar ist es bei hochwertigen Implantaten ohnehin sehr unwahrscheinlich, dass das Obermaterial Risse bekommt, im Zweifelsfall ist allerdings das Silikongel die sicherste Füllvariante und besteht keine Gefahr für Ihre Gesundheit.

Ein Maximum an Sicherheit bietet ein mehrschichtiger Aufbau des Implantats, bestehend aus Hülle und Silikonfüllung. Noch vor einigen Jahren enthielten Brustimplantate auch Kochsalzlösung, doch diese Option findet heute kaum noch Verwendung. Das liegt unter anderem daran, dass sich durch die flüssige Kochsalzfüllung Wellen bilden können. Auf gesundheitlicher Ebene ist diese Füllung allerdings unbedenklich, da austretende Flüssigkeit vom Körper einfach ausgeschieden werden kann.

Weitere Möglichkeiten sind Microthane® beschichtete Implantate, eine Hülle aus Silikon mit einer Polyurethan Beschichtung. Durch die schwammige Struktur verrutschen oder drehen sich die Implantate nicht und wachsen in das Gewebe ein. Zudem bieten sie einen grösseren Schutz vor einer sogenannten Kapselfibrose resp. Kapselkontraktur.

Brustvergrösserung ohne Silikonimplantate?

Wer eine Brustvergrösserung ohne Silikonimplantate möchte, kann übrigens auf die Behandlung mit Eigenfett ausweichen. Da es sich um eigenes Gewebe handelt, nimmt der Körper dieses Fett problemlos an. Das Risiko einer Kapselfibrose ist dadurch jedoch nicht zu hundert Prozent aufgehoben und das Eigenfett wird im Lauf der Zeit auf natürliche Weise wieder abgebaut.

Kombination: Brustimplantat und Eigenfett?

Möglich ist auch eine sogenannte Hybridform: Brustimplantat mit Eigenfett. Dadurch kann mit einem kleineren Implantatvolumen eine kleine Schnittführung mit kleiner Narbe durchgeführt werden, das zusätzlichen Eigenfett kann dann das gewünschte Brustvolumen erreichen.

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