Eigenfettbehandlung? Fetttransplantation? Fragen an PD Dr. Mathias Tremp

Die Eigenfettbehandlung (oder auch Fetttransplantation) eignet sich ideal, um Volumen wiederherzustellen, gewisse Körperpartien hervorzuheben, oder das Hautbild zu verfeinern. Die Behandlung ist sogenannt «minimal invasiv», d.h. die Operation erfolgt ohne grosse Narbenbildung. Mittels einer Fettabsaugung erfolgt die Fettgewinnung. Das Fett wird dann aufbereitet und in die gewünschte Region gespritzt.  

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Welche Regionen können mit Eigenfett behandelt werden?

Eine typische Behandlungsregion ist das Gesicht, wobei hier Wangenbereich, Lippen, Augenregion, Mundregion oder auch Schläfenbereich behandelt werden können. Dabei wird unterschiedliches Fett verwendet:

Mikro- oder Makrofett für die Volumengabe, Nanofett für ein verfeinertes Hautbildung und Beseitigung feiner Fältchen. Ideal eignet sich auch die Nanofettbehandlung für dunkle Augenringe.

Weitere typische Behandlungsregionen sind: Handrücken; Gesäss, Brust; Wadenregion, oder Intimbereich.

Von wo kann das Fett entnommen werden?

Das Fett kann von jeder Körperregion entnommen werden und in der Regel werden auch nicht grosse Mengen benötigt. Klassische Entnahmestellen sind die Bauchregion, Innenbereich der Oberschenkel, oder Flankenregion.

Kann die Eigenfettbehandlung mit einer anderen Operation kombiniert werden?

Sehr häufig wird die Eigenfettbehandlung mit einer chirurgischen Gesichtsstraffung kombiniert. Ebenso kann die Eigenfettbehandlung mit einem Brust- oder Gesässimplantat kombiniert werden. Durch diese sogenannte «Hybridmethode» kann ein kleineres Implantat verwendet werden, die Eigenfettbehandlung erlaubt dann eine zusätzlichen Volumengabe und Ausgleichung von Unregelmässigkeiten.

Was sind die Risiken einer Fetttransplantation?

Grundsätzlich sind die Risiken sehr gering wie zum Beispiel Organverletzungen, Infektionen oder Nachblutungen. Ein Taubheitsgefühl nach der Operation ist normal und wird sich in der Regel in den folgenden Monaten erholen. Unregelmässigkeiten, Verhärtungen oder Dellenbildungen können nach der Operation noch auftreten und werden mit einer manuellen Lymphdrainage respektive Ultraschall behandelt.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Es ist zwingend notwendig, dass Sie 3 Wochen vor und nach der Eigenfettbehandlung mit dem Nikotinkonsum komplett aufhören. Zur Vorbereitung für die Fetttransplantation kann eine manuelle Lymphdrainage durchgeführt werden oder das Empfängergebiet mit einem Vakuumgerät vorbehandelt werden (Schröpfbehandlung). Ebenso sollte das Gewicht im Idealbereich sein rsp. in der Nähe vom Wunschgewicht liegen. Routinemässig werden wir einen Ultraschall der Brust vor der Operation veranlassen.

Bleibt das Fett für immer respektive wieviel löst sich wieder auf?

In den ersten sechs Monaten nach der Behandlung löst sich ca. 30 – 70% vom Fettvolumen wieder auf. Danach bleibt das verbliebene Fettvolumen für immer, vorausgesetzt, dass das Gewicht stabil bleibt. 

Welche Methode wird zur Fettgewinnung verwendet?

Die Fettabsaugung erfolgt entweder mit der sogenannten Wasserstrahltechnik oder mit manuell bedienter Saugspritze mittels Handstück.

Kann die Eigenfettbehandlung wiederholt werden?

Je nach Behandlungsregion und aufgrund der unterschiedlichen Auflösungsrate empfehlen wir zum Beispiel bei der Eigenfettbehandlung der Brust eine zweite Behandlung frühestens 3 Monate nach der ersten Behandlung.

Besteht ein erhöhtes Krebsrisiko bei der Eigenfettbehandlung der Brust?

Es konnte in mehreren Studien gezeigt werden, dass die Eigenfettbehandlung sehr sicher ist und dass kein erhöhtes Krebsrisiko besteht. So kann zum Beispiel bei Patientinnen nach erfolgter und abgeschlossener Brustkrebsbehandlung die Eigenfettbehandlung zur Brustrekonstruktion sicher durchgeführt werden. Die weiteren Nachsorgeuntersuchungen müssen weiterhin unverändert durchgeführt werden, die Eigenfettbehandlung hat keinen Einfluss auf die radiologischen Veränderungen.

Wie ist der Ablauf einer Fetttransplantation?

Die Operation wird meist im Operationssaal durchgeführt, entweder im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose. Meist kann die alleinige Fetttransplantation ambulant durchgeführt werden, bei kombinierten Eingriffen ist eventuell eine Übernachtung sinnvoll. Wenn Ihr Aufenthalt ambulant ist, dürfen Sie die Klinik bereits ca. 1 Stunde nach der Operation verlassen, sofern Sie wohlauf sind.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Um das Resorptionsvolumen der Fetttransplantation auf ein Minimum zu reduzieren ist eine körperliche Schonung für die ersten drei Wochen nach der Operation essenziell. Zudem kriegen Sie ein Kompressionsmieder von uns für die abgesaugte Region, welches für ca. 4 Wochen konsequent getragen werden muss.

Was sind die Kosten?

Der Eingriff ist in der Regel ästhetisch und wird kaum von der Krankenasse übernehmen. Gelegentlich kann die Eigenfettbehandlung auch für wiederherstellende Eingriffe verwendet werden, diese Eingriffe sind in der Regel krankenkassenpflichtig. Die Kosten für Selbstzahler sind abhängig von der Art des Eingriffes und werden individuell angepasst. Sie beinhalten die Operation, Anästhesie, gegebenenfalls die Übernachtung, Raummiete und postoperative Nachkontrollen, exklusiv postoperative Schmerzmedikamente.

Haben Sie Fragen zur Behandlung mit Eigenfett?

Kontaktieren Sie PD Dr. Tremp für eine Beratung.

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