Lipödem behandeln? Fragen an PD Dr. Mathias Tremp

Das Lipödem ist eine häufige Fettverteilungsstörung und betrifft ca. 10% der Frauen. Typischerweise sind die Beine betroffen durch eine überproportionale Fettgewebsansammlung. Oft besteht ein Spannungsgefühl und die Fettansammlung verändert sich nicht mit Gewichtsverlust. Durch Stress oder hormonale Veränderungen kann das Lipödem zunehmen. Im fortgeschrittenen Stadium sind Schmerzen und Blutergüsse häufig. Die Behandlung vom Lipödem ist sehr effektiv und beinhaltet ein ganzheitliches Konzept.

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Was ist die Ursache vom Lipödem?

Obwohl das Lipödem bereits 1940 beschrieben wurde ist heute sehr wenig über die Ursache bekannt. Typsicherweise ist das Fettgewebe schmerzhaft und die Patientinnen sind oft durch das Lipödem psychisch sehr belastet. Auslöser sind Stress oder hormonelle Veränderungen, und häufig beginnt das Lipödem in der 3. Lebensdekade.

Kann sich das Lipödem durch Gewichtsverlust verbessern?

Obwohl Übergewicht das Lipödem verstärken kann ist die Fettverteilungsstörung leider gegenüber Diät und Gewichtsverlust nicht beeinflussbar. Im Gegenteil kann durch den Stress der Gewichtsabnahme das Lipödem zunehmen.

Wie präsentiert sich das Lipödem?

Charakteristisch ist eine Beteiligung der Beine und führt so zu einem dysproportionalen Körperbild. Die Arme können zu 30% betroffen sein. Dies im Gegensatz zum allgemeinen Übergewicht, wo die Fettansammlung proportional ist. Typischerweise besteht ein Druckschmerz und eine Blutergussneigung durch die sogenannte «Mikoangiopathie» (= Erkrankung der kleinen Blutgefässe).

Was ist der Unterschied vom Lipödem zum Lymphödem?

Beim Lipödem sind typsicherweise die Füsse und Hände nicht betroffen. Im Spätstadium des Lipödems kann ein Lymphödem zusätzlich auftreten. Das Ödem beim Lymphödem kann durch eine Kompressionstherapie reduziert werden, hingegen beim Lipödem eher weniger. Patienten mit Lymphödem haben weniger Schmerzen, dafür sind Infektionen häufiger.

Wie wird das Lipödem behandelt?

Die nicht-chirurgische Behandlung beinhaltet die Kompressions-Therapie, manuelle Lymphdrainage, Bewegungstherapie (Aquafit), Hautpflege und Ernährungsberatung. Medikamente können ergänzend wirken.

Die chirurgische Behandlung der Wahl ist die Absaugung des betroffenen Fettgewebes mit der Vibrationstechnik (power-assistierte Fettabsaugung, MicroAire PAL-Gerät).

Dieses Gerät ist sehr effektiv und schont die Lymphgefässe. Die Liposuktion reduziert die Schmerzen, verbessert die Lebensqualität und verbessert das Gangbild. Häufig sind mehrere Sitzungen notwendig, wobei pro Sitzung jeweils ein Operationsgebiet behandelt wird.

Wieviele Behandlungen sind notwenig?

Häufig sind mehrere Sitzungen notwendig, wobei pro Sitzung jeweils ein Operationsgebiet behandelt wird.

Wie ist die Nachbehandlung nach der Fettabsaugung?

Die Kompressionstherapie nach der chirurgischen Behandlung ist sehr wichtig, zusammen mit einer gesunden Ernährung, manuelle Lymphdrainage (mindestens 10 Sitzungen) sowie regelmässige körperliche Betätigung.

Bezahlt die Krankenkasse die Behandlung?

Leider ist es heute immer noch so, dass die Krankenkasse kaum die Behandlung übernimmt obwohl die Behandlung eher rekonstruktiv als ästhetisch ist. Dies kann individuell geprüft werden, jedoch sind die Auflagen zur Kostenübernahme sehr streng.

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